Kreuz vor den Toren der Stadt

Farbenleuchtende Helligkeit und Wärme. Dächer und Giebel sind zu erkennen. Oben ragen Türme mit spitzen Dächern in den Himmel. Vielleicht eine Kirche.
Ich sehe eine Stadt, die in den Strahlen der aufgehenden Sonne langsam erwacht. In den letzten Winkeln sind noch Reste der Dunkelheit. Häuser und Fenster lassen etwas vom Leben der Menschen erahnen. Hinter jedem Fenster und hinter jeder Tür verbirgt sich eine eigene Geschichte. Ein Zuhause für Menschen bedeutet Ankommen und Geborgenheit im Leben.
Als Mensch brauchst Du einen Ort der Abenteuer und Geheimnisse, wo Du hingehörst. Wo Du nach den Beschäftigungen des Tages ankommen kannst, Gemeinschaft und Liebe zu finden. Damit wir nicht verloren gehen.

Die Formen überlagern sich. Wo endet das eine, wo fängt das Neue an?
Die Stadt verbirgt sich, wie hinter einem Schleier. Eins aber kann ich klar erkennen. Es hebt sich mit schwarzem Strich heraus: Ein Kreuz im unteren Bereich des Bildes. Seine dunkle Geschichte stört im Klang der Erzählung. Vielleicht ein Kreuz vor den Toren der Stadt. Wenn Du in die Stadt hinaufsteigst, kommst Du an diesem Kreuz vorbei.
Und wenn Du die Stadt verlässt – auch.
Das Kreuz erzählt eine Geschichte. Es erzählt von einem, der vor den Toren der Stadt gelitten hat. Es erzählt von dem, der Gottes Liebe zu uns gebracht hat. Es erzählt von dem, der den Weg der Wahrheit bis in den Tod gegangen ist, uns Menschen zugute.

Das Kreuz, das wir vor Augen haben, erzählt aber noch eine andere Geschichte. Erst beim längeren Hinsehen fällt es manchen auf: Es ist ein Gesicht, das mich ansieht. Die Augen sind deutlich zu erkennen. Eindringlich schauen sie uns an. Augenbrauen, Farben in zwei sanften Bögen. Die Lippen scheinen das kleine Kreuz zu berühren, vielleicht zu küssen. Mir scheint, die Gesichtszüge haben etwas Ernstes, sogar etwas Zeitloses.

Wenn man die Augen erst einmal entdeckt hat, kann man sich ihrem Blick kaum entziehen. Jemand blickt mich durch dieses Kreuz an. Auf einmal sind wir nicht einfach nur unbeteiligte Betrachter des Kreuzes. Auch ich bin im Blick. Und so kommt in die Betrachtung des Kreuzes Bewegung und es wird klar: Das, worum es hier geht, hat auch etwas mit Dir zu tun. Du wirst ein Teil dieser Geschichte.

Darstellungen des Kreuzes überlagern sich. Die Geschichten der farbenfrohen Stadt, die ein Zuhause für Menschen wird mit dem fremd-wirkenden Kreuz auf dem Platz vor den Toren. Und das Bild von dem Mann mit der Krone, der mich ansieht – durch das Kreuz. Menschengeschichte und Gottesgeschichte kommen in diesem Bild zusammen. Das Ineinander dieser Geschichten macht für mich eine Tiefe des Bildes aus. Zusammengehalten werden beide Geschichten durch die Form des Kreuzes. Im Kreuz findet das Getrennte und Auseinanderstrebende eine gemeinsame Gestalt. Im Kreuz wird die Einheit von Himmel und Erde, von Gott und Mensch anschaulich. Im Kreuz, dem universalen Symbol des Christentums.

Textfassung 2018


Kleines Kreuz zu `Glaube, Liebe, Hoffnung`              2017

Das Blaue Kreuz zur Gerechtigkeit Gottes in Saarmund bei Potsdam

Tagtraum im Eröffnungsmotiv des Romans `Ein Tag länger als ein Leben` (T. Aitmatov)









1

Geduld und langer Atem ist auf Beutesuche in ausgedörrten Flussbetten und erkahlten Trockentälern gefragt. 
   Während sie in unstetem Lauf dem schwindelerregend verworrenen Hin und Her der flüchtigen Fährten nachspürt – hier fieberhaftes Aufscharren eines Zieselbaus, dann wieder regloses Verharren, um der winzigen Maus aufzulauern, die, sicher unter den Steinen im Bett eines ausgetrockneten, kleinen Wasserlaufs versteckt, sich nur ins Freie trauen müsste, um augenblicklich erlegt zu werden - treibt es eine hungrige Füchsin langsam, aber unaufhaltsam, von Weitem auf die Bahngleise zu, jenem schnurgeraden Damm aus scharfkantigen Steinen, der sich in der Steppe dunkelfremd abhebt und zugleich lockt wie abschreckt, auf dem donnernde Züge, mal zum einen, mal zum anderen Horizont rasend, das Land ringsum schwer erschüttern und hinter sich nur Rauch und Brandschwaden lassen, deren beizende Witterung der Wind übers Land treibt.
Zum Abend hin kauert sich die Fähe ausgehungert auf den Grund einer kleinen Mulde nahe der Telegrafenleitung, in eine struppige Insel aus hohem Spitzampfer, rollt sich zu einem rotbraun-strohgelben Knäuel zusammen und harrt zwischen den dicht mit Samen besetzten, dunkelroten Halmen geduldig des Einbruchs der Nacht. Nervös folgen die Ohren dem leisen Pfeifen des Bodenwindes im spröde raschelnden, toten Gras. Die Telegraphenleitung surrt ..

Lk.18;1-8 Gerechtigkeit und Neue Zeit

Wegekirche Landow; August 2014







Chorraum Paulskirche Schwerin 2014, Konzert zum Ewigkeitssonntag: Bach "Actus tragicus"; Alain "Requiem"




Gottesdienstreihe zur Gerechtigkeit Gottes in Crivitz, Osterzeit 2015





Gerechtigkeit ist ein Schlüsselbegriff unseres Lebens. Was bedeutet Gerechtigkeit für unser Zusammenleben in einer Demokratie? Wo ist Gerechtigkeit, wenn uns Leid und Tod begegnen? Gibt es Gerechtikeit zwischen Abhängigen und Macht? Eine Gerechtigkeit Gottes - oft folgt darauf die Frage: 

"Warum lässt Gott das zu?" 

Antworten beschäftigen mich im Entstehen von Bildern und Kreuz. 












1





„Wo ist Gott, wenn Tausende duch Naturkatastrophen das Leben verlieren? Wo war er, als sein geliebter Sohn am Kreuz gestorben ist?“ Wo ist er, wenn Kinder missbraucht und gequält werden?


Eine Gerechtigkeit Gottes ist für Menschen kaum zu erkennen. Gott richtet die Dinge dieser Welt zumindest nicht so, dass wir uns ein Bild davon machen können.
Kann das trotzdem eine Antwort sein? „Lasst uns im gemeinsamen Abendmahl den Beginn einer neuen Zeit feiern! Und dann setzen wir uns für eine Ordnung unter uns ein, die die Rechte des Schwachen schützt und die Verantwortung der Starken festlegt.“



2



Joseph v. Eichendorff: ”Wünschelrute“

Schläft ein Lied in allen Dingen
Die da träumen fort und fort
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst Du nur das Zauberwort

Vorstellungen schwebender Harmonie träumen sich in diesem Gedicht in die menschliche Sehnsucht nach dem Paradies.
Aber Gottes Handeln ist kein direkt Eingreifendes und sein Reich ist selten identisch mit dem Wort unserer Gebete. Die Bibel formuliert das im einfachen Bild: Am siebenten Tage aber ruhte Gott.

Johann-Sebastian Bach`s Mutter stirbt, als er 9 Jahre alt ist, sein Vater wenig später. Auch ohne Antwort auf das ”Warum“ lässt Bach später im `actus tragicus` aus Psalm 31 singen: „In Deine Hände befehle ich meinen Geist!  Du hast mich erlöset!”   “Herr, Du getreuer Gott!“



3

 
Wenn es Gott nicht gibt,
dann ist dem Menschen nicht alles erlaubt.
Er ist dann seines Bruders Hüter,
und er darf seinen Bruder nicht betrüben,
indem er erzählt, dass es Gott nicht gibt.


Ceszlav Milosz schreibt in dem Gedicht “Wenn es ihn nicht gibt” zu Existenz und Ordnung Gottes.
Unsere Geschichte ist voll von schrecklichen Beispielen. Lebt der Mensch nicht mehr unter einer verbindlichen Ordnung zusammen, ist er den Menschen ausgeliefert. Ohne Nächsten­liebe, Respekt und Toleranz als Gebote Gottes wird Leben schwer.
Auch darf man seinen Nächsten nicht betrüben, indem man erzählt, dass es Gott nicht gibt, sagt der Dichter.


Z


Jesus spricht zu seinen Jüngern:
„Sollte Gott nicht Recht schaffen seinen Auser­wählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er’s bei ihnen lange hinziehen?“ 
„Ich sage euch: Er wird ihnen Recht schaffen in Kürze.“


Die Jünger sind kurz darauf dabei, als Jesus tri­umphal in Jerusalem einzieht. Sie feiern das erste Abendmahl mit Jesus. Und noch am sel­ben Abend sehen Sie den Menschensohn im Garten Gethsemane verzweifeln. Sie erleben mit, wie Jesus verhaftet wird. Das Unrecht gegen den Schuldlosen nimmt seinen Lauf. Das Schicksal wendet den Kreuzestod nicht. Kurze Zeit später werden die Jünger Zeugen der Auf­erstehung Christi, Zeugen im Beginn einer neuen Zeit, die bis heute besteht. 
Die Frage nach dem "Warum" bleibt für Alle offen.


5





Jesus betet in seiner T­odes­stunde zu Gott um Vergebung für Alle:

„Vater vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun.“

Auch darum lässt ein Gott des Lebens für Alle Gnade walten; Vergebung wirkt Freiheit.

Die Antworten auf das “Warum“ machen den Unterschied.

Warum stellen wir die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes nicht genauso in den glücklichen Momenten unseres Lebens? Es gibt keinen vernünftigen Grund, sie nicht auch im Schönen zu stellen und zu beantworten. In Hoffnung und Zuversicht auf neues Leben lassen sich Dankbarkeit und Glauben finden.


 



Lk.1 Du wirst dem Herrn vorangehen

 Text zu den Bildern unter weitere Informationen:


Joh.3; Der Wind weht, wo er will


Text zum Bild unter "weitere Informationen"




Das Cinpic "Wind weht, wo er will", im Rahmen der Kunstschau des BBK Mecklenburg Vorpommern 2013 in einer Gemeinschaftsinstallation mit der Kartographie "Copenhagen Shadows" von Laura Diestel ausgestellt.
Thema der Kunstschau: Digital/Analog
Gemeinsamer Titel der Installation: Dialog der Lebenswege

Joh. 21,1-14 "Jünger am See Tiberias"



Text unter "Weitere Informationen":



Blaues Kreuz

 
Blaues Kreuz; zu Joh.15,26-16,4; 2010; Holz, OSB, Pigmente, Lasur,

Text zum Kreuz unter "Weitere Informationen"

Offbg 21,1-5







Text Inspiration: Offbg 21,1-5;
Musikalische Inspiration: „Wachet auf, ruft uns die Stimme;“ Joh. Chr. Bach; Erschaffungsjahr: 2011/2012; Maße: je 33 x 34,5 cm; gesamt: 111 x 114 cm;

Osterkreuz


Dieses Kreuz ist als Gebetskreuz geschaffen worden. Die Gemeinde trifft sich in der Dunkelheit der Nacht vor Ostern zu einer Andacht. Das Kreuz wird mit Blumen, Grün und Kerzen von der Gemeinde geschmückt, dabei wird gesungen und gebetet. 


 
Kerzengebet : Im Dunkel lag Alles in dieser Nacht nach der Kreuzigung.
Keiner weiß, wie es weitergeht
- im leeren Dunkel nach dem Tod. Für die Jünger ist Alles verloren. Die Wahrheit, das Licht, die Liebe, die Hoffnung, der Weg.
Im Dunkel flackernd nur das Licht der Osterkerze - im Dunkel unsrer Nacht. 
Wir wollen die Hoffnung feiern. 
Die Osterkerze trägt eine Ahnung vom Licht des Neuen. Unsicher tastet sie scheinend in den Raum. Unsere Auferstehungshoffnung, unser Licht, unser Osterglauben.. flackernd .. aber nicht erloschen…
Lasst uns Gott bitten um Licht im Leben, um Hoffnung und Mut auf unserem Weg.
Lasst uns Gott bitten, dass wir Licht sein können für andere. Die nach Wegen suchen…
Lasst uns unsere Gebete unser Licht dazu tun… denn durch dich und mich ist im Osterlicht auch die Hoffnung unterwegs.   Amen

Lasst uns unsere Kerzen an der Osterkerze entzünden. Wir stellen sie in das Kreuz, denn von da ging das Licht aus.
Lasst uns das Holz mit unseren Lichtern wecken.
 
Taizelied: Im Dunkel unsrer Nacht




 
Grüne Zweige Gebet: Tod schien der Zweig im Winter. 
Kein Leben war an Ihm zu sehen. Hätten wir das Wissen vom neuen Frühling nicht, gäbe es kein Erwarten. Wenn wir die Hoffnung verlieren, bedenken wir nicht, dass im Zweig sich wunderbares Leben birgt. 
Tot ist der Schein. Wenn Schein zur bestimmenden Realität wird, macht Angst sich breit. Wenn wir den Frühling vergessen, wenn wir den Ostermorgen vergessen, gewinnt Angst Macht über uns und wir verlernen zu leben. 
Vergesst den Frühling nicht, vergesst nicht den Ostermorgen, vergesst die Auferstehungshoffnung nicht. 
Lasst uns aus der Hoffnung leben… aus der Gnade der Auferstehung unsere Zeit auskosten.
Lasst uns Gott bitten, dass Hoffnung in uns wächst und dass Leben nicht an den Tod verloren geht.
   Amen

Lasst uns das Kreuz mit grünen Zweigen schmücken. 
EG 702 Bleib mit Deiner Gnade bei uns


 

Das geschmückte Kreuz im Ostergottesdienst                                                                Foto: A. Franiel


Blumengebet: Es grünt und wächst und dann beginnt es—zu leuchten in vielen Farben… Wie eine Zugabe Gottes.. ein Wunder der Schöpfung… 
Ein Wunder für dich; und für mich… Es will zum Leben verführen… zur Liebe locken. Nicht überflüssig, nein notwendig ist diese Pracht.
Es scheint uns zu leicht, zu vergänglich. Wir sind doch ernste Menschen. 
Ernst waren die Gründe die angeführt wurden … für seine Verurteilung, für den Tod am Kreuz.
Zu leichtsinnig und einfach erschien Ihnen seine Art… Jesu Art, Gottes Liebe unter die Menschen zu bringen. 
Lassen wir uns von der Osterfreude anstecken oder bleiben wir karfreitagsernste Bedenkentragende? Von Dir Geliebte, die sich nicht trauen?
Gott, lass uns mutig sein. Hilf uns aufzustehen und prächtig zu blühen, unsere Farben leuchten zu lassen. Im Licht des ersten Tages - lass uns in dieser Nacht schon davon träumen.          Amen
 
Mit Blumen und Farben lasst uns schmücken.
Aus dem Kreuz des Todes wird der Baum des Lebens, ein Festbaum. Wir werden das Leben feiern. Das Heil wendet sich in dieser Nacht.
 

EG 697  Meine Hoffnung und meine Freude

paradiesfische

 

Paradiesfische

Pastell auf Gips, OSB, Holz
2012
Maße 145 cm x 34,5 cm







1.Kor.2,12-16; Pfingsten, Heiliger Geist


1. Korinther 2,12-16, Pfingsten 2012

In diese Predigt zum Thema "Pfingsten und der Heilige Geist" habe ich Inhalte eines von mir gefertigten Kreuz-Bildes eingearbeitet. Diese Kreuz-Darstellung ist in Auseinandersetzung mit dem Thema „Leben nach der Auferstehung und Himmelfahrt Christi“ entstanden.  
Zielsetzung dabei ist:
1. Die ausgewählten Bildausschnitte sollen Gedanken unterstützen und herausheben. 
2. Die den Bildern zugeorneten Gedanken können Ansätze des Verstehens für das Kreuz fördern.
3. Das abschließende Gesamtbild des Kreuzes fügt sich vor dem Hintergrund der vorher gesehenen, einzelnen Ausschnitte und des Textes zusammen.

Der Predigttext zum Pfingstfest aus dem 2. Kapitel des 1. Briefes an die Korinther:
  
12 Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist.
13 Und davon reden wir auch nicht mit Worten, wie sie menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche Dinge für geistliche Menschen.
14 Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden.
15 Der geistliche Mensch aber beurteilt alles und wird doch selber von niemandem beurteilt.
16 Denn »wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer will ihn unterweisen«? Wir aber haben Christi Sinn.




                      Verborgenes Verstehen




Das Verstehen dieses Bibeltextes aus dem Korin-therbrief ist voller Schwierigkeit und Offenheit. Verstehensprozesse bringen Verborgenes näher an die Oberfläche unseres Wissens. Sie erfordern ein Zugehen auf das Thema, oft konzentriertes Ringen. Auch Pfingsttext und Darstellungen am Pfingstkreuz bieten keinen einfachen Zugang. Abstrakte Bilder erzählen in einer Sprache, die man nicht auf Anhieb versteht.

Zu Verständigungsschwierigkeiten gibt es eine Menge Anekdoten und lustige Geschichten:
Ein Amerikaner irrt in einem Wald umher und trifft einen Indianer. Sie versuchen sich mit Handzeichen zu verständigen. Der Indianer zeigt mit dem Zeigefinger auf ihn. Daraufhin macht der Weiße schnell das Peacezeichen.( V )
Der Indianer guckt etwas verunsichert, formt dann aber ein Dach mit den Händen. Der Weiße bewegt winkend die Hand auf und ab, dreht sich um und geht schnell weg. 
Er findet dann doch den Weg nach Hause und erzählt: Ich hab einen gefährlichen Indianer im Wald getroffen! Ich wollte ihn nach dem Weg fragen, aber er drohte mir gleich, er will mich erschießen.(Fingerzeig) Ich hab dann schnell das Peace-Zeichen (V) gemacht. Aber er meinte nur: Zieh bloß ab nach Hause.(Dach) Ich hab schnell gewunken, damit er sieht, dass ich keinen Streit will, und bin gegangen.
Auch der Indianer erzählt zuhause am Lagerfeuer von der Begegnung: Ich hab heut einen Weißen im Wald getroffen: Völlig verrückt!
Ich frag ihn: Wer bist Du? (Fingerzeig) Darauf er: Eine Ziege ( V-Peace Zeichen)
Ich dachte Huch!, wollte aber nicht unhöflich sein. Frag: Hausziege? (Dach) Nein, sagt er: Flussziege (Winken) und geht. 
Fröhliche Stimmung am Lagerfeuer.   

                      Verborgenes und Verstehen

 

In den farblichen Darstellungen erkennen wir zwar Farben, Zeichen und Formen, aber ein klarer Zusammenhang erschließt sich unserem rationellen Verstehen nicht.  Es ist wie in großen Teilen unseres christlischen Glaubens.
Paulus schreibt in seinem Brief: "Und davon reden wir auch nicht mit Worten, wie sie menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche Dinge für geistliche Menschen."

Auch hier Verständnisschwierigkeiten: Die einzelnen Worte sind klar und deutlich wie helle Farben. Aber im Zusammenhang der Satzteile formen sie sich zu schwierigen Gebilden, die Raum bedürfen und Verständnis suchen. Die Wahrheit Gottes ist oft in einer Ebene der Bibel geborgen, die sich unserem rationalen Verstehen verbirgt.


                          Verstehen im Raum des Glaubens 

 

Wie die beiden Fremden in der Anekdote brauchen wir für gelingendes Verstehen zuallererst ein „Auf-einander-einlassen“, dann Interesse und Zeit. Manchmal einen Dolmetscher, der die Zeichen klärt.
Der Dolmetscher, der uns die Wahrheit Gottes in der Bibel erschließen kann, ist der Heilige Geist. Erst sein Wirken ermöglicht es, die frohe Botschaft der Gnade Gottes anzunehmen. Paulus formuliert das im Korintherbrief: "Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist."
 

Wir haben empfangen den Geist aus Gott, dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist. Hier öffnet sich großer Raum für wunderbare Werke in christlicher Architektur und Kunst. Literatur und Musik haben im Geist christlichen Glaubens Werke von unbeschreiblicher Schönheit und Tiefe geschaffen. In diesem Raum ist auch Hilfe für Menschen in Not, ist Trost für Verzweifelte und Linderung für Elende und Kranke. Hier ist der Platz für Toleranz und gelebte Religion.








                     Geborgen im Heiligen Geist

 

Es ist sinnvoll und menschlich, den Reichtum des christlichen Glaubens durch den Heiligen Geist zu leben – in der wunderbaren Geborgenheit zum Beispiel, der sich durch die Worte Jesu am Kreuz eröffnet: „Vater, vergib Ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“   
Es muss geistlich beurteilt werden, sagt Paulus und er hat recht.
Das Menschliche am Menschen sind unsere geistigen Fähigkeiten. Was uns reich macht, ist unsere Fähigkeit, auch Dinge zu glauben, die wir nicht verstehen. 

Im vom Heiligen Geist gewirkten Glauben wissen wir, dass neben all dem Elend und Not auf dieser Welt auch immer wieder unerklärliche Wunder geschehen. In Christus hat sich Gott mit uns Menschen versöhnt.
Dank des Heiligen Geistes wissen wir, dass die Taufe Beziehung und Verhältnis zu Gott schenkt. Wir wissen, dass die Kreuzigung unseres Heilandes ein Schritt im Heilsplan Gottes auf dem Weg zur Auferstehung ist. Wir wissen, dass unser Abendmahl ein unerklärliches Geheimnis ist, das uns zu Teilen der Gemeinschaft des Leibes Christi macht. Wir wissen, dass Liebe ewig Hass überwindet.



                          Verborgenheit des Geistes Gottes


 Der Geist Gottes füllt die Grenzenlosigkeit vergangener und zukünftiger Ewigkeit. Er ist in seinem Schöpfungswort vor dem Ursprung aller Dinge. Er wird auch sein, nach dem Ende aller Zeit. Er wirkt im Jetzt, ist in der Hoffnungstiefe unserer Vorstellungen und Sehnsucht genauso, wie in der Liebe unter den Menschen. Er waltet im kleinsten Teil, wie er die Unendlichkeit des Raumes umschließt.
Der allmächtige Wille Gottes ist weiter als der Himmel reicht. 
„Wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer will ihn unterweisen?“ schreibt Paulus.
Angesichts dieser Distanz wäre ja jede Hoffnung auf Verständigung und Nähe vergeblich.
Nicht ganz, denn die Bibel beschreibt den Heiligen Geist. Wir können wissen, was uns von Gott geschenkt ist. Und wir haben Jesus Christus, der mit dem Willen Gottes eins ist.
Paulus schreibt: „Wir haben Christi Sinn.“
Im kreativen Verstehen von positiver Verborgenheit treffen sich Bibeltext und Kreuzesdarstellung. Einfach erkennen lässt es sich nicht, aber zum Glück lässt es sich in der Gnade Gottes glauben.
Und diese Gnade Gottes, die höher ist als alle menschliche Vernunft, sei mit uns allen.


 
       
       Einfach erkennen lässt es sich nicht,
       aber zum Glück lässt es sich in der
       Gnade Gottes glauben.
            Amen

 
Die in dieser Predigt zitierten und gezeigten Bilder sind Ausschnitte eines Kreuzes, das das Leben nach Jesu Auferstehung, Christi Himmelfaht und Pfingsten inhaltlich bearbeitet. Dieses Kreuz hängt in der Winterkirche in Crivitz, Mecklenburg 
siehe auch: http://jdiestel.blogspot.de/2011/12/Kreuz-in-der-winterkirche-in.html

Arbeiten aus dem letzten Jahr - Kreuze

Matth.25,14-30 Von den anvertrauten Talenten